Apr 21: 3 Länder in 3 Tagen (Teil 2)
Der zweite Tag unseres Kurzurlaubs ist der eigentliche Zweck unserer Reise: die Baselworld 2007. Im Gepäck: die Hoffnung, ein paar Kontakte aufzufrischen und die Neugier auf die als weltweit wichtigste geltende Schmuck- und Uhrenmesse. Denn irgendwann möchte ich nicht nur nebenberuflich schreiben, sondern hauptberuflich journalistisch tätig sein (Achtung: Zaunspfahl - siehe Veröffentlichungen und Impressum). [...]
Tag 2: Basel
Es ist Montagmorgen. Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir gen Basel. Allerdings müssen wir bald feststellen, dass wir nicht die einzigen sind, die diese Richtung einschlagen. Auf der Autobahn kommen wir bald nicht mehr voran. Doch unser treuer Begleiter, Hans-Hans, zeigt uns den Weg über die Landstraße. In Weil am Rhein brauchen wir dann nur noch den Hinweisschildern zum Messeparkplatz folgen, von dem uns ein Shuttlebus direkt zur Messe bringt.
Das Messegelände, das sich mitten in der Stadt befindet, ist kein zusammenhängender Komplex. Um von einer in die nächste Halle zu gelangen, müssen wir oft nach draußen treten und eine oder mehrere Straßen überqueren. So tauchen wir immer wieder aus der glamourösen Scheinwelt auf, begegnen kurz der Wirklichkeit, um dann wieder in den fremden Glanz der Schönen und Reichen einzutauchen. Das Bewusstsein, nur ein Gast zu sein, ist stets präsent.
Der Vormittag ist dem Schmuck vorbehalten. Auf drei Etagen funkeln die Juwelen der Moderne. Auffallend sind die Designunterschiede zwischen den Ländern. Deutschland präsentiert sich eher schlicht und zurückhaltend, nach dem Motto “weniger ist mehr”. Italien zeigt hingegen, was es zu bieten hat, und glitzert und strahlt im Wettkampf mit der Sonne. Brasilien zeigt Lebensfreude mit großen floralen und verspielten Formen. England nimmt Traditionelles und setzt es in neue Zusammenhänge.
Wir bleiben länger als geplant in der Schmuckhalle, treffen noch Freunde. Nachmittags geht es dann zu den Uhren. Was sich dort offenbart, kann kaum noch als Messestände bezeichnet werden. Häuser, Schiffsrümpfe, Aquarien, futuristische Formen - all diese “Gebäude”, in riesigen Dimensionen, beherbergen die aktuellen Kreationen der Uhrmacherzunft. Leider steht der Eintritt nicht jedem offen. An den Außenwänden der geschlossenen Messestände, die über mehrere Etagen verfügen, befinden sich Vitrinen. Was es im Inneren zu sehen gibt, können wir nur erahnen. Denn der geheimnisvolle Kern ist Personen mit Einladung vorbehalten.
In der Uhrenhalle ist es wesentlich lauter als in der fast schon gemütlich zu bezeichnenden Schmuckhalle. Kaum zu glauben, dass es auch hier noch höher geht. Messe bedeutet nicht mehr bloß das Zeigen aktueller Trends und Modelle. Was sich zur Baselworld abspielt, ist die Präsentation von Firmen und Marken hinsichtlich ihrer Größe, ihres Erfolgs, ihres Einflusses. Dies ist reine Politik, Marken- und Firmenpolitik. Die Produkte stehen erst an zweiter, wenn nicht gar dritter Stelle.
Kein Wunder, dass eine Branche, die sich so zu zelebrieren weiß, eine ganze Stadt in ihren Bann zieht. In Basel sei abends nicht viel los, meinte die freundliche Rezeptionistin in unserem Hotel. Wahrscheinlich kennt sie die Woche der Baselworld nicht. Da wird gefeiert, unzählige Veranstaltungen locken sowohl Messebesucher als auch die Bevölkerung an. Sehen und gesehen werden ist das Credo. Wichtige und weniger wichtige Kontakte werden geknüpft, Prominente und die, die es werden wollen, lassen sich blicken. Denn auch hier werden Größe, Einfluss und Bedeutung der eigenen Person ins richtige Licht gerückt.
Überwältigt von den Eindrücken des Tages flüchten wir zurück in unsere eigene kleine Welt. Natürlich muss man das Spektakel einmal gesehen und erlebt haben. Doch die Schmuck- und Uhrenwelt zu kennen ist das eine, in ihr zu leben etwas anderes. Und so bleibe ich beim ersten und weiß die Vorzüge eines mehr oder weniger anonymen Lebens zu schätzen...
Am dritten Tag frühstücken wir noch einmal ausgiebig im Hotel bevor wir abreisen. Unser Weg führt uns jedoch noch nicht gleich nach Hause. Das warme Urlaubswetter verleitet uns zu einem kleinen Ausflug nach Frankreich. Und so packen wir unsere Sachen un
Aufgenommen: Apr 24, 17:45