3 Länder in 3 Tagen (T ...

Jeannine Reiher

 

Ursprünglich hatte ich nur ein Ziel: die Schmuck- und Uhrenmesse in Basel. Freunde und Bekannte schwärmten von der weltweit führenden Luxusmesse und machten mich neugierig. Eine ganz andere Welt sei es, in der sich Messestände über mehrere Etagen erhoben. Futuristische Gebilde, Bauten in Form von Schiffen und anderem mehr beherbergten die Stars der Uhrmacherkunst. Ich wollte es sehen! Doch ich wusste, ohne einen konkreten Auftrag würde ein Tag reichen, um erste Eindrücke zu sammeln. Und Schnucki musste ja auch mit, damit die Fahrt von über 660 km nicht ganz so lang werden würde. Warum also nicht gleich ein paar Tage Urlaub nehmen? Aufgrund beruflicher Verpflichtungen war mein Zeitplan jedoch sehr eng. Trotzdem konnten wir 3 Städte in 3 Ländern an 3 Tagen besichtigen. Wie das ging? Hier ein kurzer Reisebericht in 3 Teilen [...]



Tag 1: Freiburg

Es ist Sonntag, kurz nach 8. Wir haben gefrühstückt, die Sachen sind im Auto verstaut. Es kann los gehen. Unser erstes Ziel ist Freiburg. Unter strahlend blauem Himmel gleitet die Autobahn unter den Rädern des treuen Kleinwagens nur so dahin. Das frische Grün der Bäume und die lachende Sonne verheißen Urlaubsfreude. Es sind nur wenige unterwegs. Wir überholen ein paar Urlauber, die mit Wohnwagen dem Süden zu eilen. Das Wetter ist herrlich, die Fahrt verläuft schnell und ereignislos.

Hans-Hans zeigt uns den Weg zum Hotel. Es liegt am Stadtrand von Freiburg und wurde erst vor 3 Jahren eröffnet. Die Räume sind in zartem Gelb und dunklem Blau gehalten, Säulen zieren den Eingangsbereich. Die Farbauswahl findet sich auch in der Zimmereinrichtung wieder. Hellgelbe Wände, die Bettwäsche im gleichen Ton, blaue Jalousien, blau-weiße Vorhänge, ein blauer Fußboden, blaues Dekor im buchefarbenen Möbel - der Name bluhotel wird stringent in der Inneneinrichtung umgesetzt. Der Empfang ist freundlich. Wir bekommen Ausflugstipps, die wir später auch gleich umsetzen.

An der Rezeption liegt ein Prospekt von einer Seilbahn aus, die auf den Berg Schau-ins-Land hinauf führt. Damit wollen wir unseren ersten Touristentag beginnen. Schnell ist die Bergbahn gefunden, die nur wenige Kilometer von Freiburg entfernt ist. Der Preis von 11,50 Euro pro Person für eine Hin- und Rückfahrt lässt uns kurz zögern, doch dann nehmen wir den luftigen Weg in die Höhe. Oben angekommen, genießen wir die Aussicht. Es ist etwas trüb, aber der Blick reicht trotzdem recht weit. Berge und Täler erschließen sich, Wiesen fügen sich an Wälder, dazwischen kleine Ortschaften, die sich harmonisch ins Bild fügen. Nach einem kurzen Spaziergang lassen wir uns auf der Terasse der kleinen Gaststätte nieder und schauen bei einer Eisschokolade und einem Erdbeermilchshake ins Land - so, wie es der Name will.

Nachdem wir uns auf diese Weise - im wahrsten Sinne des Wortes - einen Überblick verschafft haben, fahren wir nach Freiburg. Unzählige Menschen bevölkern die Altstadt. Die Straßencafés sind gut besucht, Einheimische und Touristen flanieren durch die Straßen und genießen das schöne Wetter. Nur die geschlossenen Geschäfte erinnern daran, dass heute Sonntag ist.

Freiburg gilt als eine der schönsten Städte Deutschlands - und das zu Recht. In der historischen Altstadt fallen zunächst die kleinen Wasserläufe auf, die die Straßen durchziehen. Die Freiburger “Bächle” sind ca. 30 cm breit und werden von einem Nebenarm der Dreisam gespeist. Sie dienten im Mittelalter der Brandbekämpfung und als Viehtränke.

Eindrucksvoll erhebt sich das Münster in der Stadt. Es gilt laut Baedeker als eines der größten Meisterwerke gotischer Baukunst in Deutschland. Auf dem Münsterplatz fällt uns ein rotes, schön hergerichtetes Haus mit Laubengang und Staffelgiebel ins Auge. Es entpuppt sich als ehemaliges Kaufhaus, das 1532 errichtet wurde. Von hier aus lohnt sich ein Rundgang durch die Nebenstraßen, in denen es einiges zu entdecken gibt.

Wir kommen am Augustinermuseum vorbei, das einst als Kloster errichtet wurde. Ein weiteres Kloster befand sich auf der Adelshauser Straße. Der Komplex ist gut erhalten und beherbergt heute das Natur- und Völkerkundemuseum. Unser Weg führt uns durch das malerische Viertel rund um Fischerau und Gerberau. Weiter geht es entlang der Kaiser-Joseph-Straße, auf der sich viele Geschäfte aneinander reihen. Wir passieren das Martinstor, lassen das bunte Treiben auf uns wirken und biegen später in eine Seitenstraße ein, die uns zum Rathausplatz führt. Ein Stück weiter treffen wir auf die alte Universität, die zwischen 1683 und 1720 als Kollegium für den Jesuitenorden erbaut wurde. Das verrät uns zumindest unser schlauer Reiseführer.

Nachdem wir in einer ruhigen Seitenstraße in einem Straßencafé zu Abend gegessen haben, machen wir uns zurück auf den Weg ins Hotel. Das Flair der Stadt hat uns eingefangen. Wir nehmen uns vor, irgendwann mit etwas mehr Zeit im Gepäck wiederzukommen. Die Gelassenheit der Menschen verstärkt das Urlaubsgefühl, dass sich trotz der langen Anreise nun eingestellt hat. Hier scheint es keine Hektik und kein Trübsal zu geben. Alles wirkt leicht, sorglos und natürlich. Das mediterrane Klima der Gegend spiegelt sich im Gemüt der Bewohner wider. Ein Zitat aus Goethes Faust kommt mir in den Sinn: “Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!”

Links:
www.freiburg.de
www.bluhotel-freiburg.de




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