Abenteuer im 21. Jahrhu ...

Jeannine Reiher

 

Exkurs: Alltag auf See (2)

Neben der Ernährung nimmt auch das Wäsche waschen einen besonderen Platz im Alltag ein. Da Wasser an Bord knapp ist, können nur kleine Teile von Hand gewaschen werden. Ursprünglich hatten die beiden Seefahrer vor, die Waschsalons in den Marinas zu nutzen oder auch Wäschereien aufzusuchen. Dies sei das übliche Vorgehen unter den Seglern, berichteten ihnen andere Reisende. Bald mussten sie jedoch feststellen, dass dies auf Dauer eine sehr aufwendige und teure Angelegenheit werden würde. Die Waschmaschinen in den Salons fassten meist nur eine kleine Füllmenge, die nicht im Verhältnis zu den 10 Euro stand, die pro Waschladung bezahlt werden mussten. In den Wäschereien wurde hingegen häufig nur mit einer Wassertemperatur von 30 Grad gewaschen, dafür aber mit viel Chemie. Fazit: die Wäsche wurde nicht richtig sauber.[...]


Nach einem viertel Jahr wurde der Ärger darüber so groß, dass Marion beschloss, sich eine eigene Waschmaschine an Bord zu holen. Gesagt – getan. Während ihres Aufenthaltes auf La Gomera mieteten sich Marion und Holger ein Auto und setzten mit der Fähre nach Teneriffa über. Dort klapperten sie die Geschäfte ab, um ein geeignetes Gerät für ihr Boot zu finden. Wichtig war vor allem, dass die Waschmaschine klein genug war, um an dem einzig möglichen Platz aufgestellt zu werden: in der Kajüte für Gäste, in einem Schrank unter dem Bett. Nur dort hatte sie einen sicheren Stand sowie Strom- und Wasseranschluss. Die Suche war erfolglos. Frustriert fuhren die beiden zur Anlegestelle zurück. Die Fähre verspätete sich um eine Stunde, und Marion und Holger warteten auf dem angrenzenden Parkplatz. Plötzlich bemerkten sie, dass sich ihnen genau gegenüber ein Großhandel für Waschmaschinen befand. Ein letzter Versuch – und sie wurden fündig. Glücklich kehrten die beiden zur Vela zurück. Allerdings hatten sie beim Kauf nicht bedacht, dass die Türen auf ihrem Boot recht schmal waren. Nur wenige Millimeter fehlten, um das Gerät an seinen geplanten Platz zu schaffen. Doch wer einmal so weit gekommen ist, lässt sich so schnell nicht abschrecken. Kurz entschlossen baute Holger den Alutürrahmen aus. Zur großen Erleichterung passte das Gerät nun durch die Tür und konnte angeschlossen werden. Mit dem letzten kleinen Problem haben sich die beiden inzwischen arrangiert: da es an Bord nur Gleichstrom gibt, kann die Waschmaschine nur in der Marina mit „Landstrom“ betrieben werden.

Fortsetzung folgt (in einigen Wochen)





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Weblog: Jeannine Reiher
Aufgenommen: Jul 13, 19:57

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