Exkurs: Alltag auf See (1)
Auf einem Boot zu leben ist nicht einfach. Der zur Verfügung stehende Raum ist begrenzt, alles ist in Bewegung und muss gut befestigt werden. Die Ernährung spielt eine große Rolle, da Spontaneinkäufe entfallen. Ist man erst einmal auf See, müssen die Nahrungsmittel bis zum nächsten Hafen reichen und haltbar bleiben. Der Lebensmitteleinkauf muss sorgfältig geplant werden, wobei die örtlichen Gegebenheiten diese Planung schnell wieder zunichte machen können. Improvisationstalent ist gefragt. [...]
Zunächst stellt sich die Frage: Wie komme ich an Land? – Nicht immer gibt es einen Liegeplatz direkt in der Marina. Manchmal muss auch auf See vor Anker gegangen und mit dem Dingi übergesetzt werden. Dies erschwert den Transport der Einkäufe erheblich. Dann muss erkundet werden, wo es überhaupt Lebensmittel gibt. Und schließlich: Was gibt es dort? Das Angebot ist stark begrenzt und orientiert sich an der jeweiligen Saison. Das betrifft nicht nur Obst und Gemüse. In kleineren, touristisch nicht erschlossenen Ortschaften sind auch Brot und Fleisch nicht immer in ausreichenden Mengen zu bekommen. Auf die Haltbarkeit der Produkte muss besonders geachtet werden. Marion und Holger bewahren einen Teil der Lebensmittel im Kühlschrank auf, einen weiteren Teil lagern sie in der Bilge. Das ist der unterste Raum in einem Schiff, der zugleich auch am kühlsten ist. Zusätzlich zu den Getränken, die es zu kaufen gibt, können die beiden auf 500 Liter Trinkwasser zurückgreifen, das über eine solarbetriebene Meerwasserentsalzungsanlage frisch gewonnen wird. Eine weitere Herausforderung ist die jeweils geltende Währung des Landes, in dem sie Halt machen. Manchmal ist es notwendig, eine Bank aufzusuchen, was sich zum Teil als sehr schwierig herausstellt. Meist gibt es nur in größeren Städten entsprechende Geldinstitute, doch in vielen Regionen, zum Beispiel der Karibik, sind auch US-Dollar gern gesehen. Den aktuellen Wechselkurs erfahren die Segler im Internet.
Der östliche AtlantikEs ist Mitte November. Die Vela liegt in der Marina Quinta do Lorde auf der Blumeninsel Madeira. Der Hafen ist gut belegt, da am nächsten Tag eine Rallye, die Transat, stattfindet. Eine gute Gelegenheit, sich die verschiedenen Segel
Aufgenommen: Jul 02, 20:50