Abenteuer im 21. Jahrhu ...

Jeannine Reiher

 

Das Mittelmeer (1)

Am 2. September legt die Vela mit ihren beiden Passagieren ab. Es ist ein heißer (36 Grad) und nahezu windstiller Spätsommertag. Als Holger und Marion die Bucht von Marmaris verlassen, frischt der Wind auf, kommt jedoch von vorn, so dass sie anstatt zu segeln mit dem Motor fahren müssen. Die türkische Küste liegt nun hinter ihnen. Es geht raus aufs offene Meer, Richtung Griechenland. Die erste Nacht wird ungemütlich. Hohe Wellen und Gegenwind erschweren das Vorankommen. Es scheint, als halte die Natur einen ersten Test für die neuen Seefahrer bereit. Immer wieder muss der Kurs überprüft und korrigiert werden. Das Paar wechselt sich bei der Nachtwache ab, doch bei dem schaukelnden Boot fällt es ihnen schwer, auch nur ein Auge zu schließen. [...]



Zwei Tage später erreichen sie Kreta. Kurz entschlossen ändern sie ihren Kurs. Anstatt von hier aus nach Afrika überzusetzen, segeln sie weiter nach Malta, um von dort nach Tunesien zu gelangen. So weichen sie dem ständigen Gegenwind aus und können Land und Leute kennen lernen. Auf Kreta erholen sich Marion und Holger von der rauen See. Sie treffen ein Pärchen, das gerade von einer sechsjährigen Weltumseglung zurückkehrt und lauschen gebannt ihren Geschichten. Eine seltsame Gruppe hat sich da zusammengefunden: während die einen erst aufgebrochen sind und noch nicht wissen, was sie erwartet, haben die anderen ihr Abenteuer bereits hinter sich gebracht und treten bald wieder in den normalen Alltag ein, dem es zu entfliehen galt.

Die Überfahrt nach Malta gestaltet sich schwieriger als gedacht. Die See zeigt sich von ihrer widerspenstigen Seite, doch die frisch gebackenen Seeleute lassen sich nicht unterkriegen. Genauso schnell, wie Wind und Wellen aufgetaucht sind, verschwinden sie auch wieder. Das Wasser erscheint still und glatt wie ein Spiegel. Zu still, denn nun müssen die Motoren den Antrieb übernehmen. Die Segel verweigern träge ihren Dienst.

Die Ankunft in Maltas Hauptstadt Valetta entschädigt für die nächtlichen Anstrengungen. Die mittelalterliche Stadtbefestigung erscheint grüßend am Horizont. Befreundete Segler helfen beim Anlegen des Bootes. Überhaupt herrsche zwischen den Seereisenden ein freundschaftliches Gemeinschaftsgefühl, sagt Marion, und jeder könne mit der Hilfe des anderen rechnen. Einige Tage Kultur und ein paar kleinere Reparaturen am Boot lassen die Zeit schnell verstreichen. Ein Zwischenstopp auf Gozo, einer Schwesterinsel von Malta, ist geplant, dann soll es nach Tunesien gehen.

Fortsetzung folgt





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Abenteuer im 21. Jahrhundert (2)
Der StartAm 20. August 2007 geht es los. Marion und Holger stehen um vier Uhr morgens auf dem Frankfurter Flughafen, von dem aus es in die Türkei gehen soll. Am Abflugschalter dann der erste große Schreck: der Laptop, in dem sich die Flugtickets befinde
Weblog: Jeannine Reiher
Aufgenommen: Jun 22, 11:09

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