Jeannine Reiher

Einträge für Juni 2008

 

Der östliche Atlantik

Es ist Mitte November. Die Vela liegt in der Marina Quinta do Lorde auf der Blumeninsel Madeira. Der Hafen ist gut belegt, da am nächsten Tag eine Rallye, die Transat, stattfindet. Eine gute Gelegenheit, sich die verschiedenen Segelboote anzuschauen und ein paar Fotos zu schießen. Für die Gäste wird ein Shuttleservice in das nahe gelegene Machico angeboten, den Marion und Holger am nächsten Tag gleich nutzen, um ein paar Einkäufe zu erledigen. Die darauf folgenden Tage sind verregnet, und so sind die beiden froh, als ihre Bootsnachbarn sie mit ihrem Leihwagen nach Funchal mitnehmen. Ihre Eindrücke halten sie im Reisebericht fest: „Funchal, die Hauptstadt Madeiras, ist eine sehr grüne Stadt mit vielen kleinen Gassen, netten Geschäften und Cafés. Man empfindet keine Großstadthektik wie in anderen Hauptstädten, wenn man durch das Zentrum schlendert. Am Mittag füllen sich die Cafés und Restaurants mit Kreuzfahrttouristen, die hier für ein paar Stunden (!) an Land gehen. Gegen Abend wird es dann wieder leerer, und man kann das Lichtermeer der Stadt bis weit aufs Meer hinaus sehen.“ [...]



"Abenteuer im 21. Jahrhundert (6)" vollständig lesen


Das Mittelmeer (3)

Am 16. Oktober überquert die Vela den Nullmeridian. Dunkle Wolken ziehen auf und künden von einem bevorstehenden Unwetter. Anfangs gelingt es den Seglern noch, mit Hilfe des Radars dem Gewitter auszuweichen, doch bald gibt es kein Entrinnen mehr. Starker Wind und heftiger Regen setzen der Besatzung zu. „Blitze schlagen um uns herum ins Wasser ein. Die See tobt. Der Tag wird zur Nacht“, schreibt Marion. Später berichtet sie mir, dieser Gewittersturm gehöre zu einem der aufregendsten Erlebnisse ihrer Reise. Der Autopilot lässt sich nicht ausschalten und muss über die Sicherung außer Betrieb gesetzt werden. Sachen fliegen durch die Luft, Wasser dringt in das Bootsinnere ein. Nach zwei Stunden ist der Spuk vorbei. Der Wind hat sich ausgetobt, das Meer beruhigt sich. Der Autopilot hat jedoch den Geist aufgegeben. Holger und Marion müssen nun das Boot von Hand steuern, das sehr sensibel auf jede Bewegung reagiert. Anstatt Gibraltar auf direktem Weg anzulaufen, beschließen sie, zunächst an der spanischen Küste zu ankern. In San Jose ruhen sie sich erschöpft von den Strapazen aus und ziehen eine Schadensbilanz: „Autopilot defekt, Lazy bag (Segeltasche) gerissen, 1 Decklicht im Mast defekt, 1 Ankerlicht im Mast defekt, 1 Flaggenstock defekt, 1 großer Fleck auf dem neuen Teppichboden, Mannschaft: diverse blaue Flecken und eine Halsentzündung.“ [...]



"Abenteuer im 21. Jahrhundert (5)" vollständig lesen


Das Mittelmeer (2)

Am 29. September brechen die beiden auf. Der Wind hat gedreht und verspricht ein gutes Vorankommen. Nachmittags ankert das Boot in der Dwejar Bay von Gozo, die von ohen Felsen umschlossen ist. Früh morgens segeln sie weiter nach Tunesien. Der Wind hat inzwischen nachgelassen, doch noch reicht die Meeresbrise, um den Katamaran voranzubringen. Im Laufe des Tages übernehmen dann die Motoren den Dienst. Am nächsten Morgen ist die tunesische Küste in Sichtweite, gegen 16:00 Uhr kann die Vela in den Hafen einlaufen. Etwas erstaunt stellen Marion und Holger fest, dass keiner von den Hafenarbeitern bereit ist, ihnen beim Festmachen zu helfen, wie es sonst eigentlich üblich ist. Einige Zeit später wissen sie auch, warum: es ist Ramadan, und mit hungrigen Mägen fällt die Arbeit schwer. In den nächsten Tagen lernen sie ihren tunesischen Bootsnachbarn kennen, der sich sehr hilfsbereit zeigt und sich auch mal als Reiseführer betätigt. [...]



"Abenteuer im 21. Jahrhundert (4)" vollständig lesen


Das Mittelmeer (1)

Am 2. September legt die Vela mit ihren beiden Passagieren ab. Es ist ein heißer (36 Grad) und nahezu windstiller Spätsommertag. Als Holger und Marion die Bucht von Marmaris verlassen, frischt der Wind auf, kommt jedoch von vorn, so dass sie anstatt zu segeln mit dem Motor fahren müssen. Die türkische Küste liegt nun hinter ihnen. Es geht raus aufs offene Meer, Richtung Griechenland. Die erste Nacht wird ungemütlich. Hohe Wellen und Gegenwind erschweren das Vorankommen. Es scheint, als halte die Natur einen ersten Test für die neuen Seefahrer bereit. Immer wieder muss der Kurs überprüft und korrigiert werden. Das Paar wechselt sich bei der Nachtwache ab, doch bei dem schaukelnden Boot fällt es ihnen schwer, auch nur ein Auge zu schließen. [...]



"Abenteuer im 21. Jahrhundert (3)" vollständig lesen

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