Jeannine Reiher

Einträge für Mai 2007

 

Steven Reiher, geboren am 1. Februar 1984, gestorben am 12. Juni 2006. Gestorben, weil ein Rentner ihm die Vorfahrt nahm. Gestorben, weil Manfred Fränkel, damals 69 Jahre, eine Abkürzung nehmen wollte. Gestorben, weil ein rücksichtsloser alter Mann von einer Nebenstraße kommend auf einer vierspurigen Hauptstraße mit durchgezogener doppelter Sperrlinie wenden wollte. Ohne nach dem Verkehr zu schauen, ohne in den Rückspiegel zu schauen, ohne auf die Gesundheit seiner Fahrgäste zu achten. Er fuhr einen Kleinbus mit behinderten Kindern. Ein Nebenverdienst zur Rente, die er jetzt noch ein wenig genießen möchte. Deshalb geht er auch in Berufung. Er kann die Strafe nicht akzeptieren, die ihm das Gericht am 14. Mai für fahrlässige Tötung auferlegt hat. 7 Monate auf Bewährung, 1 Jahr Fahrverbot, 3000 Euro an die Opferhilfe. Das ist dem Rentner zuviel, der im Gericht keine Reue, nicht einmal eine Regung zeigt. Er hätte kaum Schlaf, sagt sein Anwalt. Er würde mit dem Unfall nicht fertig werden und sei in psychologischer Behandlung. Davon spürt im Gerichtssaal keiner etwas. Auch seine Frau ist regungslos. Mitten im Plädoyer singt ihr Handy “Auf der Straße nach Fernando”. Ja, da möchten sie wohl gern sein. Doch so schlimm scheint es Manfred Fränkel auch wieder nicht zu gehen, wenn er sich der Prozedur einer neuen Verhandlung aussetzen möchte. Wenn seine Tat so schwer auf ihm lastet, würde er die Strafe hin nehmen. Eine recht milde Strafe, wie viele meinen, die den Fall mitverfolgen. Unter Anwälten gilt sie als streng. Schließlich gibt es auf fahrlässige Tötung meist nur eine Geldstrafe. Nach den Opfern fragt keiner.

Steven war, ist mein Bruder. Er war mit dem Motorrad von der Arbeit auf dem Weg nach Hause, am Montag, dem 12. Juni 2006, 14:35 Uhr. Er fuhr auf der Hauptstraße, auf der linken Spur. Als der Kleinbus plötzlich von der Nebenstraße auf seine Spur lenkte, leitete er eine Notbremsung ein, kollidierte trotzdem mit dem Bus, starb.

Zur Beerdigung erschienen viele seine Freunde. Circa 150 Personen drängten in die Friedhofskapelle. Selbst zur Verhandlung kamen einige davon. Manfred Fränkel gibt sich unbeeindruckt. Der alte mürrische Mann hat das Leben eines 22jährigen beendet, der noch unendlich viele Pläne in seinem Leben hatte. Das einzige, woran er zu denken scheint, ist seine weiße Weste, die er sich nicht durch eine Bewährungsstrafe beschmutzen möchte. Dass er jemanden getötet hat, durch eine vorsätzliche Handlung, nämlich die Mißachtung diverser Verkehrsregeln und Inkaufnahme von Leben und Gesundheit seiner Insassen und anderer Verkehrsteilnehmer, dass scheint ihn nicht zu interessieren. Er scheint keinen einzigen Gedanken an den getöteten Motorradfahrer, seine Familie und seine Freunde zu verschwenden. - Vielleicht fällt das auch dem Richter in der Berufungsverhandlung auf, und er setzt das für uns viel zu niedrige Strafmaß nicht noch mehr herunter. Steven wird nicht wiederkommen, das wissen wir. Doch sollte ein Menschenleben nicht mehr wert sein als eine Geldstrafe?

Chemnitzer Morgenpost vom 15.05.2007Freie Presse vom 15.05.2007Chemnitzer Bild vom 15.05.2007




1993 verlieh ihr Richard von Weizsäcker das Bundesverdienstkreuz für besondere Verdienste. 2003 wurde sie vom tschechischen Außenminister Cyril Svoboda als “Bedeutendste Tschechin im Ausland” geehrt. 2006 erhielt sie den von der “Zeit” gestifteten Ben Witter-Preis. Und doch kennen nur wenige die kleine zierliche Frau, die für die deutsche Literatur so viel getan hat.

Edita Koch ist Herausgeberin der Zeitschrift EXIL. Sie ist stets auf der Suche nach Manuskripten von Emigranten, die den deutschsprachigen Raum während des 2. Weltkrieges verlassen mussten. Die gebürtige Tschechin reist sehr viel, früher mehr als heute, besucht die Schriftsteller in ihrer neuen Heimat, durchforscht Nachlässe. Zu ihren Entdeckungen gehören unveröffentlichte Schriften von Ernst Weiß, Hans Sahl, Emma Kann, Heinrich und Klaus Mann, Ernst Toller und viele andere mehr. Zwei Mal im Jahr erscheinen ihre Fundstücke in ihrem Magazin, das sie seit über 20 Jahren verlegt. Die Auflage ist klein. Rund 1000 Exemplare erreichen Privatpersonen, Buchhandlungen und Bibliotheken. [...]



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Pink- und goldfarbene Handys haben den Markt bereits seit einiger Zeit erobert. Denn für Frauen sind MP3-Player, Handheld & Co. nicht mehr nur Gebrauchsgegenstände, sondern sie avancieren mehr und mehr zu modischen Accessoires. Inzwischen ist eine weitere Differenzierung zu beobachten. Wer es sich leisten kann, greift zu teureren Geräten, die zum Teil von Modelabels wie Dolce & Gabbana oder Prada gebrandet werden. Für einen glamourösen und verspielten Auftritt sorgt die mit Swarovski-Kristallen besetzte PSP (gesehen bei OTTO für 899 Euro). Wer das ganz Besondere sucht, kann sich sein Mobiltelefon individuell veredeln lassen, so zum Beispiel unter www.bling-my-thing.com.

Auch die Spieleindustrie hat die Frau als lukrative Zielgruppe entdeckt. Das neue Magazin play vanilla greift diesen Trend auf und stellt auf unterhaltsame Weise Computerspiele vor, die vor allem weibliche Spielerinnen ansprechen sollen. Portraits und Produktvorstellungen runden das Repertoire ab.

Ob sich die Trennung der Geschlechter im Produkt- und Spielebereich langfristig aufrecht erhalten wird, wird sich zeigen. Vielleicht entdeckt ja auch der ein oder andere Mann die neu entstehende farbenfrohe Welt der Unterhaltungindustrie. Halten Sie die Augen offen...

Foto: Prada phone by LG
(Quelle: Pressefoto von LG)

Links:
www.lge.de

www.otto.de
www.bling-my-thing.com
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