Was man alles lernen kann

Jeannine Reiher

 

Kann man Glück lernen? Ein Versuch ist es wert, muss sich Oberstudiendirektor Ernst Fritz-Schubert gedacht haben, als er das Fach „Glück“ in den Lehrplan der Heidelberger Willy-Hellpach-Schule aufnahm. Was kurios klingt, beruht auf einem simplen Prinzip: die Gymnasiasten sollen lernen, sich selbst wahrzunehmen, ihre Wünsche, Bedürfnisse und Fähigkeiten zu analysieren und soziale Kompetenzen zu entwickeln. Der Schulleiter startet damit ein Projekt, das in Großbritannien für einige Schüler bereits seit einem Jahr auf dem Stundenplan steht. Well-Being wird der Unterricht dort genannt. Entspannungsübungen, Motivationstraining, Schauspiel und vieles andere mehr stehen auf dem Programm. Das baden-württembergische Kultusministerium hat der Heidelberger Schule für dieses Projekt grünes Licht gegeben. Allerdings zieht es die Bezeichnung „Lebenskompetenz“ der von „Glück“ vor. Damit trifft es auch den Kern der Bemühungen genauer. Denn was vermittelt werden soll, sind Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, seelische Ausgeglichenheit und die Erkenntnis, was Glück für einen persönlich bedeutet. Individualität soll gefördert und zugleich der Gruppenzusammenhalt gestärkt werden. Gemeinschaft heißt das Zauberwort. In anderen Worten: wer das „Glücks“-Fach belegt, kann gestärkt als freier und mündiger Bürger den Alltagsproblemen der heutigen Zeit entgegen treten. Mit Freunden, Optimismus und Zähigkeit.

Links:
Spiegel
Süddeutsche Zeitung
Stuttgarter ZeitungFocus Schule
TAZ





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